Fachtagungen des Fördervereins für Familienmediation i.S.d. BAFM e.V.
Kommende und vergangene Fachtagungen
Hier finden Sie alle Informationen zu unserer nächsten Fachtagung. Außerdem haben wir hier alle Informationen zu vergangenen Fachtagungen für Sie gesammelt.
14./ 15. November 2025
Fachtagung in Hamburg: Familie- Wurzel der Demokratie?
Datum: 14. und 15. November 2025
Tagungsort: MachWerk, Paul-Dessau-Str. 3A, 22761 Hamburg
Einladung
Wir laden alle Familienmediator:innen und Interessierten zu unserer Fachtagung ein. Wir wollen gemeinsam herausfinden, wie Familien demokratische Kompetenzen und Fähigkeiten vermitteln und vorleben können und ob die Familie die Wurzel der Demokratie sein kann. Außerdem stellen wir uns die Frage, wie wir als Mediator:innen die Demokratie stärken können. Darüber hinaus werden wir unsere Haltung überprüfen, mit der wir die Familien als System oder als Wurzel stärken und begleiten.
Wir freuen uns, die renommierte Bundesvorstandssprecherin von „Mehr Demokratie e.V.“ und Politaktivistin Claudine Nierth als Hauptrednerin begrüßen zu dürfen. Sie wird wertvolle Einblicke und Anregungen zur Förderung gesellschaftlicher, demokratischer Beteiligung geben. Claudine Nierth betont die Bedeutung der Bürgerkompetenz für zukünftige Herausforderungen und sieht in der Förderung von Bürgerbeteiligung und Mitbestimmung den entscheidenden Schritt, um individuelle Verantwortung und Teilhabe am Gemeinwohl zu stärken.
Neben dem fachlichen Input bieten wir eine Vielzahl an Workshops an. Diese bieten den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich mit den Kernthemen der Tagung auseinanderzusetzen. Diese Workshops sollen Impulse geben und bestenfalls wertvolle Anregungen für die Praxis liefern.
Demokratie heißt, beteiligt zu sein, mitwirken und gestalten zu können. Durch direkte oder indirekte Beteiligungsformate machen wir Partizipation, Selbstwirksamkeit und Gemeinschaft möglich. Um unsere Stimmen Gehör zu verschaffen, benötigen wir den notwendigen Raum und die Erfahrungen, dass unsere Meinungen zählen. Dies bildet ebenfalls die Grundlage im Kontext von Mediationsverfahren, in denen Mediator:innen die Interessen und Positionen aller Beteiligten erfassen, um ein optimales Ergebnis für alle zu erzielen.
Auch Kinder sammeln diese Erfahrungen bereits in früher Kindheit – in der Familie, in Kitas und in der Schule. Aber wie oft erleben Kinder demokratische Prozesse und dass ihre Stimme gehört, verstanden und dann auch berücksichtigt wird?
Was bedeutet es für uns als Teil dieser Gesellschaft, Meinungen auszuhalten, deren Inhalt wir nicht teilen – ob im privaten oder Mediationsumfeld? Tun wir das oder dürfen wir das nicht? Wir werden das im Hinblick auf unsere offene, allparteiliche Haltung gegenüber Menschen vertiefen. Wir müssen uns darüber im Klaren sein, wo unsere Grenzen liegen und wie wir als Mediator:innen damit umgehen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt wird die generationsübergreifende Kommunikation sein. Unterschiedliche Sozialisationen und Erfahrungen im Hinblick auf Partizipation und Digitalisierung prägen das gesellschaftliche Miteinander sowie unser Verständnis von Demokratie.
In den verschiedenen Workshopangeboten werden wir Raum für die Auseinandersetzung mit diesen wichtigen Themen bieten, den Austausch untereinander ermöglichen und mögliche Handlungsimpulse für unsere Arbeit als Fachkräfte, Mediator:innen oder Berater:innen ableiten.
Wir freuen uns auf zwei Tage in Hamburg mit allen, die sich für das Thema und die Mediation interessieren.
Flyer zur Fachtagung: Fachtagung-Flyer-2025
Programm
Fr., 14. Nov.
- 09:00 Uhr Anmeldung
- 09:30 Uhr Begrüßung
- 10:00 Uhr Vortrag Claudine Nierth
- 11:30 Uhr Pause
- 12:00 Uhr Workshops 1-5
- 13:30 Uhr Mittagessen
- 15:00 Uhr Mitgliederversammlung BAFM
- 16:30 Uhr Pause
- 17:00 Uhr Mitgliederversammlung BAFM
- 18:30 Uhr Pause
- 19:30 Uhr Abendessen und Tanz
Sa., 15. Nov.
- 09:00 Uhr Mitgliederversammlung Förderverein
- 10:00 Uhr Debatte im Oxfordstil
- 13:00 Uhr Mittagessen
- 14:30 Uhr Workshops 6-10
- 16:00 Uhr Zusammenfassung
- 17:00 Uhr Ende des Fachtag
Workshops
Workshop 1: Kinderinterview/Beteiligung von Kindern in der Mediation/Konsensverfahren
Das Kinderinterview orientiert sich an Art. 12 UN-KRK. Das Recht des Kindes auf Berücksichtigung seiner Meinung ist eines der vier Grundprinzipien der UN-Kinderrechtskonventionen.
Der Demokratiegedanke ist dem Kinderinterview immanent: der These folgend, dass eine Familie, in der das Kind vom frühesten Alter an seine Meinung frei äußern kann und in der es ernst genommen wird, das beste Modell dafür bietet, dass das Kind auch später in außerfamiliären Kontexten (dem Sozialwesen, der Gesellschaft) darauf vertraut und in der Lage ist, sein Recht gehört zu werden, auszuüben, und umgekehrt dasselbe anderen zuzugestehen bereit ist.
Workshopleiterin: Gerburg Lutter, Mediatorin BM/ QVM und Ausbilderin BM, Dipl.-Sozialpädagogin
Workshop 2: Eldermediation – Grenzen der Selbstbestimmung
Mit Simone Hausmann, Annette Oevel
Workshop 3: Wenn Prinzipien aufeinanderprallen – Wege durch den Wertekonflikt
Werte machen uns aus und geben Orientierung, sie können aber auch zum emotionalen Brennpunkt in Konflikten werden. Gemeinsam schauen wir hinter die Kulissen wertbasierter Auseinandersetzungen und entdecken das Werte- und Entwicklungsquadrat als Tool für einen gelungenen Perspektivwechsel.
Workshopleiterin: Johanna Heussner, Selbständige Wirtschaftspychologin und Coach
Workshop 4: Wertschätzend kritischer Diskurs im Familienkonflikt- mit CP demokratische Lösungen finden –
Die Cooperative Praxis CP fördert folgende Prozesse:
· Kritischer Diskurs ist die Basis jeder Demokratie
· Verständigung von Mensch zu Mensch versus ausgrenzende Verurteilung
· Akzeptanz von Unterschiedlichkeiten als Ausweg aus der Konfrontation
· Selbst gelöste Konflikte stärken Autonomie und Selbstwirksamkeit und schaffen mündige Bürger
Workshopleiter:in: Gertrud Wölke– Dipl. Psychologin, Psych. Psychotherapeutin, Supervisorin DGSF/BDP, Cooperative Praxis DVCP®️ und Rechtsanwalt Jörg Malinowski- Mediator, zertifizierter Rechtsanwalt für „Cooperative Praxis DVCP
Workshop 5: Demokratiebildung bei Jugendlichen mit Apropolis e.V.
Der Verein apropolis e.v. vermittelt Jugendlichen in bewährten Workshop-Formaten spielerisch und interaktiv das praktische Einmaleins der Demokratie. Die Trainer*innen zeigen Wege der Meinungsbildung auf, die wichtigsten Werkzeuge, den eigenen Standpunkt fair zu vertreten – und üben das gleich dort, wo niemand gemeinschaftlichen Prozessen entkommt: in der Schule.
Workshop 6: Mediation zwischen Eltern und Jugendlichen
Wie mutig können und dürfen wir sein, Jugendliche und junge Erwachsene zusammen mit ihren Eltern in eine Mediation auf Augenhöhe einzubinden. In vielen Familien hat sich das Verhältnis von Eltern und ihren Kindern verändert. Das Miteinander wird wesentlich öfter miteinander ausgehandelt. Eltern trauen ihren Kindern Verantwortungen zu bzw. Kinder fordern dieses ein. Entsprechend sollte sich auch unsere Einstellung und unser Handwerkzeug verändern und Kinder wesentlich öfter mit in die Mediationen integrieren. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene können dadurch Demokratie in der Familie erleben… und umgekehrt erfahren häufig die Eltern von der Kompetenz ihrer Kinder.
Workshopleiterin: Swetlana von Bismarck– Mediatorin BAFM und QVM, Supervisorin, Verfahrensbeiständin, Rechtsanwältin
Workshop 7: Demokratischer Erziehungsstil- Empowerment für Eltern und Mediator:innen als Impulsgeber:in
In Trennungssituationen und auch im Alltag sind Eltern häufig besonders gefordert und es wird sich über Erziehungsfragen und den Umgang mit den Kindern gestritten. Neben externer Unterstützung können auch Eltern ihre Kinder (fast) jeden Alters direkt in Entscheidungen einbeziehen. Mediatoren und Mediatorinnen können sensibel und achtsam Impulsgeber:innen sein. Dieser Workshop sensibilisiert für demokratische Erziehungselemente im mediativ begleiteten Trennungs- oder Konfliktprozess und vermittelt praktische Ideen zur Förderung elterlichen Empowerments.
Workshopleiterinnen: Jasmin Birkel– Lehrerin, Sprachwissenschaftlerin, Mediatorin und Antje Rechenberg– Mediatorin (BAFM), Ausbilderin (IMKA HH), Sozialökonomin, Bankkauffrau
Workshop 8: Mediation über den „Graben“ hinweg
Der Befund, unsere Gesellschaft sei von „Gräben“ durchzogen, über die hinweg keine sachliche Auseinandersetzung mehr möglich sei, ist in aller Munde. Die Erscheinungsformen dieser Entwicklung begegnen uns zunehmend auch in Mediationen: Scheinbar unversöhnliche Positionen, tiefe weltanschauliche Differenzen, konträre Ansichten über Kindererziehung oder medizinische Fragen… Was heißt dies konkret für die Familienmediation? Welche Ressourcen birgt die Mediation in dieser Situation? Was bedeutet „mediative Haltung“ in diesem Kontext? Was verlangt sie von uns Mediator*innen? Wohin mit der eigenen Meinung? Was passiert mit den persönlichen „No Goes?“
Kann Mediation dazu führen, dass doch die ein oder andere Brücke in der Grabenlandschaft gebaut wird?
Anhand einer konkreten Fall-Studie aus dem Anwendungsfeld „Corona-Thematik, Kindesentführung, Lebensmittelpunkt des Kindes“ werden wir in dem Workshop untersuchen, welche Chancen Familienmediation in der heutigen gesellschaftlichen Situation bietet.
Workshopleiter: Jan Martin Fehr– Rechtsanwalt und Fachanwalt für Familienrecht, Mediator, Ausbilder, CLP-Anwalt, zertifizierter Kinder im Blick-Kurstrainer
Workshop 9: „Rassistische“ Äußerungen beim Grillfest im Kindergarten – Ein Rollenspiel
Es geht um den professionellen Umgang mit rigiden Werthaltungen – mediativ – in jeder Situation !?.!?.
Nach der Einführung in den Fall und in die Rollen wird gespielt, geübt und reflektiert. Mitmachen ist angesagt, Beobachten ist auch hilfreich.
Durchführende sind: Kita-Leiterin, Herr B, Frau B – das sind die Eltern von Jennifer 3 J, die Elternschaft, die Erzieher, die Kinder.
Ausführend steht zur Diskussion: Was bieten Mediationstools und eine mediative Haltung KiTa-Profis ( und uns anderen ) um alltäglich Demokratie zu leben, vorzuleben und erleben zu lassen? Nutzen wir die? Trauen wir uns?
Moderation des WS-Rollenspiels: Dr. Monika Hartges– Mediatorin BAFM / QVM , Ausbildungsleitung IMKA – Hamburg
Workshop 10: Diversitätssensible Mediation – Vielfalt fängt in der Familie an!
Latifa Kühn– Islamwissenschaftlerin, Mediatorin, Systemische Coach, Supervisorin unter Mitwirkung von Bärbel Schmidt und Leonie Harsch
Organisatorisches
Tagungsort: Impulse Medien GmbH | Paul-Dessau-Str. 3A | 22761 Hamburg
Unterbringung: Superbude Altona, Paul-Dessau-Straße 2, 22761 Hamburg- das Hotel liegt genau beim Tagungsort und Zimmer können auf eigene Rechnung gebucht werden
Anmeldung und Kosten:
Hier geht es zur Anmeldung über unseren Dienstleister SEWOBE:
Tagungspreise
Early Bird (31.07.2025)
150 € (Mitglieder des Fördervereins und Mitglieder der BAFM bzw. Teilnehmende einer von der BAFM anerkannten Ausbildung)
200 € (andere)
Regulär
170 € (Mitglieder des Fördervereins und Mitglieder der BAFM bzw. Teilnehmende einer von der BAFM anerkannten Ausbildung)
220 € (andere)
Am Freitagabend wollen wir gemeinsam zu Abend essen, feiern und tanzen (Elbe-Werkstätten, Friesenweg 5b-d): Kosten 40 € .
Bitte überweisen Sie den entsprechenden Gesamtbetrag unter dem Stichwort „Fachtagung Familie-Wurzel der Demokratie?“ auf das Konto des Fördervereins Förderer der Familienmediation i. s. d. BAFM IBAN: DE97 5206 0410 0003 9053 22, BIC: GENODEF1EK1. Sie erhalten eine Quittung vor Ort in Ihrer Tagungsmappe sowie eine Fortbildungsbescheinigung über 8 Stunden.
Rücktritt von der Teilnahme
Bei einer Stornierung bis zum 1.11. 2025 wird der Gesamtbetrag zurückerstattet. Bei einer Stornierung nach diesem Zeitpunkt kann der gezahlte Betrag leider nicht erstattet werden, es sei denn, es wird ein:e Ersatzteilnehmer:in benannt.
15./16. November 2024

Fachtagung in Oberursel: Regenbogenfamilien
Familien verändern sich und doch streben viele Menschen nach dem Halt und Rahmen der Familie, auch in alternativen Formen. Menschen wollen füreinander Verantwortung übernehmen, finden aber in den herkömmlichen Strukturen nicht immer das richtige Zuhause.
Auch in diesen neuen Familienformen gibt es zahlreiche Konflikte. Familienmediator/innen werden immer häufiger angefragt und können wertvolle Arbeit leisten. LGBTQIA+ sensitive Familienmediation – professionelles Arbeiten mit neuen Familienformen – Wie geht das?
Hinter dem Begriff „Regenbogenfamilien“ verbirgt sich für uns aber viel mehr: Wir möchten gerade vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftspolitischen Lage gemeinsam ein Statement setzen und für eine offene, freiheitliche und tolerante Gesellschaft eintreten, die in ihrer Vielfalt und Unterschiedlichkeit ihre Stärke erkennt und sich gemeinschaftlich, demokratisch für den Erhalt dieser Werte einsetzt.
Die Förderer der Familienmediation i.S.d. BAFM freuen sich, auch Gastgeber für die Mitgliederversammlung der BAFM e.V. sein zu können.
Programm der Fachtagung
Freitag, 15. Nov. 2024
Vortrag: Trans*identität und Familie – Dr. Livia Prüll
Dr. Livia Prüll, trans*idente Ärztin, Autorin und Medizinhistorikerin an der Universität Mainz, wird nach einer kurzen Begriffsdefinition das Thema zunächst aus der Sicht des trans*Kindes, dann aus der Sicht von trans*Eltern beleuchten. Die zusammengefassten Ergebnisse stellt sie schließlich in den Zusammenhang von Diversitäts- und Demokratieerziehung. https://www.livia-pruell.de/
Workshops
- Trans*identität und Familie mit Dr. Livia Prüll
Der Workshop bezieht sich auf den vorangegangenen Vortrag und schließt thematisch an diesen an. Er bietet die Möglichkeit, das Phänomen „Transidentität“ im Rahmen von Übungen besser zu verstehen und sich über das spezielle Thema „Transidentät und Familie“ auszutauschen und es interaktiv angehen zu können.
- … ich bin trans… und nun?
Hype oder Normalität? Eine hoch polarisierte öffentliche Diskussion beeinflusst die familiäre Dynamik transidenter und nichtbinärer Menschen.
… mein Papa heißt Michelle…
… ich kann es ihnen nicht sagen, sie werden mich hassen…
… dies ist nur eine pubertäre Phase, weitere Schritte kommen für uns nicht infrage…
Aus Sicht der Selbsthilfe und der Psychotherapie wird die Dynamik in der Arbeit mit den Familiensystemen aus unterschiedlichen Sichtweisen dargestellt.
Silke Hess, Vorstandsmitglied von Trans-Ident e. V. und Dr. phil. Volker Langhirt, niedergelassener Psychotherapeut für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene und ihr Bezugssystem, bisher Sachverständiger bei Gericht nach TSG,
- Mit uns selbst fangen wir an! Die Bedeutung der inneren Haltung der Mediator:in
Der Workshop nimmt unsere Werte, Glaubenssätze, Vorprägungen zum Thema Regenbogenfamilien in den Blick.
Sind wir wirklich allparteilich? Was bedeutet unsere innere Haltung für die Mediation? Und wie steuern wir uns selbst?
Lilly Fritz, Mediatorin BAFM, Ausbilderin, adribo Academy https://adribo-academy.de/ , Supervisorin, Coach, lizenzierte Mind Codex Trainerin
- Wahrnehmung des Unbekannten
Sich für die individuelle Freiheit und Toleranz gegenüber sexueller Vielfalt und Transidentität auszusprechen, ist eine Sache. Was aber, wenn es auf einmal den Freundeskreis oder gar die eigene Familie betrifft und sich ein Ehepartner als homosexuell oder transident outet? Dann müssen und dürfen wir uns wirklich auf das große Thema der sexuellen Individualität einlassen: In diesem Workshop erarbeiten und betrachten wir Aspekte der individuellen Wahrnehmung im unmittelbaren Kontakt mit sexueller Vielfalt. Was prägt unsere individuelle Wahrnehmung, was macht die unterschiedlichen Perspektiven der Beteiligten aus.
Monika Isabel Janku, Mediatorin BAFM, BM, QVM, Wirtschaftsmediatorin IHK, Rechtsanwältin, Gestalttherapeutin, Resilienz-Coach und Trainerin https://gestalt-counseling.de/
- Kunst, Coaching und Mediation
KUNST ALS IMPULSGEBER FÜR VERÄNDERUNG UND ENTWICKLUNG
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte… Davon muss ich mir ein Bild machen… diese Äußerungen kennen wir alle. Wann hat Sie das letzte Mal ein Bild berührt und nachhaltig beschäftigt?
Beim Coaching mit Kunst kommen Kunstwerke als dritter Gesprächspartner ins Spiel.
Kunst kann als hilfreicher Ausgangspunkt zur Reflexion und Problemlösung dienen: Sie öffnet den Zugang zur Gefühlsebene und schafft einen Rahmen, um Fragen zu stellen, Denkmuster zu erweitern, miteinander ins Gespräch zu kommen und die Kommunikation zu verbessern – sie bietet Raum für neue Blickwinkel.
Was lässt sich davon für einen wirkungsvollen Einsatz in Mediationsverfahren nutzbar machen?
Dr. Melanie Damm, Coach und Kunsthistorikerin https://drdamm-coaching.de
Samstag, 16. Nov. 2024
1. Vortrag: Rechtliche Rahmenbedingungen für Regenbogenfamilien mit RAin und Mediatorin BAFM Sabine Hufschmidt
2. Vortrag: Regenbogenfamilien und queer families – Herausforderungen für die Beratung mit Prof. Dr. Stefan Timmermanns
Im Zentrum steht die besondere Situation von Regenbogenfamilien und queer families sowie die Herausforderungen vor die sie vor allem nach der Geburt ihres Kindes gestellt sind. Vorabsprachen, z.B. über das Sorgerecht und andere rechtliche Dinge, werden von den meisten getroffen. Dennoch können nicht alle Schwierigkeiten antizipiert werden. So bleibt genügend Konfliktpotenzial für die Gestaltung von Familienbeziehungen und Kindererziehung. Der Vortrag möchte für die Herausforderungen sensibilisieren und dadurch Mediationen erleichtern.
Prof. Dr. Stefan Timmermanns, Professur für Sexualpädagogik und Diversität in der Sozialen Arbeit an der University of Applied Science Frankfurt/M.
Workshops am Nachmittag
- Kollegiale Beratung zu Fällen und Fragen aus der Praxis
Prof. Dr. Stefan Timmermanns vertieft in einem seinem Vortrag folgenden WS die Thematik.
- Polyamorie und Regenbogenfamilien: Mediation jenseits traditioneller Beziehungsformen – Workshop VII bereits leider ausgebucht ! –
In diesem Workshop erwartet Mediatorinnen ein tiefgehender Einblick in die vielschichtigen Strukturen und Herausforderungen komplexer Beziehungsgeflechte – wie z.B. polyamorer Beziehungen sowie Regenbogenfamilien. Wir diskutieren die besonderen Dynamiken und Konfliktfelder, die in solchen Beziehungsgeflechten auftreten können. Anhand von praxisnahen Beispielen aus der Praxis von Kris Beer und einer damit verbundenen interaktiven Übung erlernen die Teilnehmer*innen effektive Techniken und Strategien, um in diesen komplexen Kontexten erfolgreiche Mediationsprozesse zu gestalten. Der Workshop bietet wertvolle Werkzeuge zur Förderung offener Kommunikation, zur Konfliktlösung und zur Stärkung des gegenseitigen Verständnisses in sogenannten Polykülen oder Regenbogenfamilien. Mediator*innen verlassen diesen Workshop mit einem erweiterten Repertoire an Wissen und Fähigkeiten, um in alternativen Beziehungsstrukturen kompetent und einfühlsam zu agieren.
Kris(tin) Beer, https://dynamischindiezukunft.de/Systemisches Coaching │ Supervisorin │ Mediation │ Mediationssupervision │ Training │Moderation
Fokus auf: Alternative Paarberaterin für Paare, die sich öffnen möchten, Paare, die nicht-konsensuelle Monogamie oder konsensuelle Polyamorie leben wollen, Bi-Paare, Unternehmerpaare und Inhaberpaare, Neurodiverse Personen, Teams und Führungskräfte
- LSBT*I im Alter
Die Interessen von älteren und hochaltrigen Lesben, Schwulen, bisexuellen, trans* und intergeschlechtlich geborenen Personen finden häufig wenig Berücksichtigung. Viele Jahre fehlten ihnen Vorbilder und Handlungsoptionen für eine selbstbestimmte Familienplanung. Daher entwickelten LSBT*-Senior:innen eigene Strategien und Strukturen, um sich tragfähige, familiäre Bindungen zu schaffen – parallel oder fernab der eigenen Herkunftsfamilien und/oder ehemaligen heterosexuellen Ehen mit Kindern.
Der Workshop zeigt Lebensläufe und historische Rahmenbedingungen von LSBT*-Senior:innen auf. Anhand von biografischen Beispielen werden deren Bedarfe und Wünsche vermittelt und ein Praxistransfer ermöglicht, z.B. wie bei einer Familienmediation die Anforderungen von älteren LSBT*-Personen umgesetzt werden können?
Elke Kreß und Markus Johannes, Fachreferent:innen der Hessische Landesfachstelle LSBT* im Alter
IX. Think outside your box! Queere Familiengründungen in der Mediation Workshop IX bereits leider ausgebucht ! –
Queere Familiengründungen und Mediation sind ein Match – die Synergie (Q&M) hat ein hohes kreatives Potential. 99% der queeren Familiengründungen sind eine bewusste Entscheidung. Rollenmodelle und Doing Gender sind fluide. Und sie sind für alle Mediator:innen ein Fenster in die Zukunft der Familien von Morgen.
Auf der anderen Seite müssen queere Familien nach wie vor hohem gesellschaftlichem Druck und Minderheitenstress standhalten und gleichzeitig müssen die Sorgeberechtigten und alle anderen Beteiligten ihren Kindern Orientierung, Sicherheit und Schutz bieten. Wozu meiner Mediationserfahrung nach, die meisten wild entschlossen sind und deshalb bereits im Zauber des Anfangs in Betracht ziehen, Mediation für sich in Anspruch zu nehmen. In guten für die schlechten Zeiten.
Krisenprävention ist für queere Familiengründungen bereits in der Gründungsphase ein bewusst mitgedachtes Thema. Queere Menschen sind keine Fabelwesen, das heißt sie sind normalsterblich und dem Schicksal ausgeliefert, sie werden manchmal krank, immer alt, haben Konflikte und trennen sich und sie sind häufig familiär nicht so selbstverständlich in ihre Herkunftsfamilien eingebunden, sondern setzen eher auf Wahlverwandtschaften.
Wenn Sie mit queeren Familien authentisch und glaubwürdig als professionelle Verbündete (Allys) jenseits von pink-washing arbeiten wollen, benötigen Sie als Mediator:innen ein Bündel an Wissen, (Queers in der Mediation haben keinen Bildungsauftrag) und eine reflektierte innere Haltung zu dem, was Familie ist und sein kann.
In diesem Workshop möchte ich mit Ihnen gemeinsam herausdestillieren für welche Familienkonstellationen des queeren Spektrums Sie am Ende dieser Fachtagung, mit all dem Wissen was Ihnen von den Kolleg:innen zur Verfügung gestellt wurde und über das Sie bereits verfügten, als Mediator:in arbeiten und ihr Profil erweitern wollen.
Jana Rehbein (sie/ihr), Coach & Supervisorin (DGSv) und Mediatorin (BM® und BAFM), Gestalttherapeutin. Ich arbeite seit vielen Jahren mit queeren Menschen/Familien in der Mediation, begleite angestellt bei einem freien Träger der Jugend- und Familienhilfe LGBTQI+ in Krisensituationen und im Rahmen des Kinderschutzes. Darüber hinaus coache und supervidiere ich LGBTQI*-Fachkräfte und Fachkräfte die mit LGBTQI* arbeiten.
X. Wahlfamilien als Unterstützungssysteme für Regenbogenfamilien im Kampf gegen Einsamkeit
In diesem interaktiven Workshop erkunden wir die Bedeutung von Wahlfamilien als unterstützende Netzwerke für Regenbogenfamilien. Für viele LGBTQIA+-Personen sind traditionelle Familienstrukturen nicht immer zugänglich oder unterstützend. Daher können Wahlfamilien – bestehend aus engen Freund:innen, Verbündeten oder Gleichgesinnten – zu einem zentralen Rückhalt werden. Wir beleuchten, wie Wahlfamilien gezielt als emotionale und soziale Ressource genutzt werden können, um Einsamkeit zu überwinden und den Zusammenhalt zu stärken. Außerdem wird diskutiert, wie Regenbogenfamilien aktiv Wahlfamilien aufbauen und pflegen können, um ihre Resilienz und ihr Wohlbefinden zu fördern.
Olga Ploke, Gründerin und Geschäftsführerin von adandra, https://adandra.net, Frankfurt/M.
Programm
entsprechend vielfachem Wunsch wird die Fachtagung zwei volle Tage dauern:
Do., 14. Nov. 18.15 -19.30 Uhr Mitgliederversammlung des Fördervereins
Do., 14. Nov. 19-21 Uhr gemeinsames Ankommen und Abendessen
Fr., 15. Nov. 9.00 Uhr Anmeldung
9.30 Uhr Begrüßung
10.00 Uhr BAFM-MV
11.30 Uhr Pause
12.00 Uhr BAFM MV
13.30 Uhr Mittagessen
15.00 Uhr Vortrag
16.30 Uhr Pause
17.00 Uhr 5 Workshops
18.30 Uhr Pause
19.30 Uhr Sektempfang, Abendessen und Tanz
Sa., 16. Nov. 9.00 Uhr Begrüßung
9.15 Uhr Vortrag 1
10.45 Uhr Pause
11.15 Uhr Vortrag 2
13.00 Uhr Mittagessen
14.30 Uhr 5 Workshops
16.00 Uhr Zusammenfassung
17.00 Uhr Ende des Fachtagung
Organisatorisches
Tagungsort:
Parkhotel am Taunus Hohemarkstr. 168, 61440 Oberursel, Tel: 06171 9200, https://www.parkhotel-am-taunus.de
U-Bahn-Haltestelle „Waldlust“ U3 und U5 30 Min vom FFM HBF direkt vor dem Hotel
Oberursel grenzt nördlich direkt an die Stadtgrenze von Frankfurt am Main und ist eine lebendige Kleinstadt mit Altstadtkern am Fuße des Taunuskamms
Unterbringung: Im Hotel können Zimmer gebucht werden.
Anmeldung und Kosten:
Die Anmeldung erfolgt über das per E-Mail an info@foerderer-familienmediation.de unter Nennung des Namens, Adresse, E-Mail, Geburtsdatum für die Teilnahmebescheinigung und Workshopwahl (Freitag und Samstag,1. und 2. Wahl). Bitte teilen Sie uns auch mit, ob Sie am gemeinsamen Abendessen teilnehmen.
Die Tagungsgebühr beträgt 150 € für Mitglieder des Fördervereins und BAFM-Mitglieder und 200 € für Nicht-Mitglieder (incl. Verpflegung).
Am Freitagabend wollen wir gemeinsam zu Abend essen. Bitte melden Sie sich dazu separat an. Die Kosten für das Abendessen betragen 30 € .
Bitte überweisen Sie den entsprechenden Gesamtbetrag unter dem Stichwort „Fachtagung Regenbogenfamilien“ auf das Konto des Fördervereins Förderer der Familienmediation i. s. d. BAFM IBAN: DE97 5206 0410 0003 9053 22, BIC: GENODEF1EK1. Sie erhalten eine Quittung vor Ort in Ihrer Tagungsmappe sowie eine Fortbildungsbescheinigung über 8 Stunden.
Rücktritt von der Teilnahme
Bei einer Stornierung bis zum 1.11. 2024 wird der Gesamtbetrag zurückerstattet. Bei einer Stornierung nach diesem Zeitpunkt kann der gezahlte Betrag leider nicht erstattet werden, es sei denn, es wird ein:e Ersatzteilnehmer:in benannt.
Hier gibt es die Zusammenfassung der inspirierenden Fachtagung