Seminare & Workshops

14. Dezember 2026

„Gewalt ist nie privat!“- Online-Workshop zur häuslichen Gewalt und Möglichkeiten der Mediation

Jede 4. Frau wird (mindestens) einmal in ihrem Leben von ihrem (Ex-) Freund / Partner / Ehemann geschlagen und körperlich misshandelt. Häusliche Gewalt (bzw. Gewalt in der Ehe / Familie) ist ein weit verbreitetes, in der öffentlichen Wahrnehmung jedoch
noch immer zu wenig beachtetes Problem. Diese Gewalt kommt nicht nur in „asozialen“ Familien oder in „Macho-Kulturen“ vor, sie ist ein Phänomen der Gesellschaft.


Der Verein Waage Hannover e.V. ist Teil eines interdisziplinären Netzwerkes (HAIP = Hannoversches Interventions-Programm gegen Männergewalt in der Familie) und bietet seit vielen Jahren den Betroffenen von häuslicher Gewalt Beratung und den Versuch einer außergerichtlichen Klärung und Mediation an.


Der Workshop bietet einen Einblick in die Problematik und die Möglichkeiten und Grenzen der Mediation bei Fällen von häuslicher Gewalt. Neben fachlichen und methodischen Fragen werden auch Schwierigkeiten des Ansatzes diskutiert und anhand
praktischer Beispiele erörtert.

Inhalte des Workshops:

– Wissenschaftliche Erkenntnisse zur häuslichen Gewalt

– Gewaltspirale

– die Dynamik in von Gewalt und Dominanz geprägten Paarbeziehungen

– Ambivalenzen der Betroffenen

– Vernetzung: Hannoversches Interventions-Programm gegen
Männergewalt in der Familie

– Praxis-Erfahrungen der Waage Hannover

– Methodische Standards bei der Fallbearbeitung

– Co-Mediation und indirekte Vermittlung

– Eskalierte Elternkonflikte und die Perspektive betroffener Kinder

– Möglichkeiten und Grenzen der Mediation

Referent:in:

Frauke Petzold und Dr. Lutz Netzig leiten den Workshop. Beide sind Mediator:in und Ausbilder:in BM + BAFM. Sie sind Mitglieder im „pool of trainers“ des European Forum for Restorative Justice, Waage Hannover e.V.

15:00- 18:00 Uhr online- kostenfrei

Anmeldung: info@foerderer-familienmediation.de,

Für die Erstellung der Teilnehmer:innenbescheinigung bitte die Anschrift und das Geburtsdatum angeben

16. September 2026

Einzelgespräche in der Mediation

Professionell eingesetzt schaffen Einzelgespräche in der Mediation einen geschützten Raum für emotionale, sensible oder festgefahrene Themen – ohne dabei die notwendige Transparenz gegenüber den anderen Mediand*innen aus dem Blick zu verlieren. Richtig genutzt können sie Prozesse entlasten, Dynamiken klären und Mediationen deutlich effizienter gestalten.

Der dreistündige praxisorientierte Onlineworkshop vermittelt die Grundlagen für einen sicheren und zielgerichteten Einsatz von Einzelgesprächen in der Mediation. Im Fokus stehen Funktion, Zeitpunkt, Struktur und Grenzen von Einzelgesprächen. Die Teilnehmenden reflektieren typische Anwendungsfälle, lernen Chancen und Risiken einzuschätzen und erhalten konkrete Handlungsmöglichkeiten für die eigene Praxis.

Neben fachlichem Input bietet der Workshop Raum für Austausch, Fallbeispiele und praxisnahe Übungen. Ziel ist es, mehr Sicherheit im Umgang mit Einzelgesprächen zu gewinnen und deren Potenzial für konstruktive und zeitsparende Mediationsprozesse gezielt zu nutzen.

Insa Norden leitet diesen Workshop. Sie ist ist aufsichtführende Richterin am Amtsgericht Kiel. Sie arbeitet dort als Familien- und Güterichterin. Für das Justizministerium Schleswig-Holstein ist sie als Landesgleichstellungsbeauftragte tätig.

Sie ist lizensierte Mediatorin (BAFM), Supervisorin (Steinbeiss Univ.) und systemischer Coach (DBVC). Seit 2018 arbeitet sie im Team „Lehre und Praxis“ der Mediationswerkstatt Münster mit.

16:00- 19:00 Uhr online- kostenfrei

Anmeldung: info@foerderer-familienmediation.de,

Für die Erstellung der Teilnehmer:innenbescheinigung bitte die Anschrift und das Geburtsdatum angeben

01. September 2026

Datenschutz in der Mediation

Wer von uns ist nicht schon mal über eine rote Ampel gegangen? Wenn
wir das tun, mag es sein, dass wir uns vorher umschauen, ob es sicher
ist oder uns vergewissern, dass keine Kinder warten…

Wenn wir aber gar nicht wissen, warum eine Ampel rot ist? So oder so
ähnlich mag es beim Thema Datenschutz sein. Auf einfache Weise
möchten wir erarbeiten, was Datenschutz für die Praxis im Alltag und
insbesondere in der Mediation bedeutet. Ihr solltet danach in der Lage
sein, zu erkennen, wo die roten Datenschutz-Ampeln lauern und wie
Ihr in der Praxis sicher mit Thema umgeht.

Referent:

Klaus Natalis, MBA, LL.M., zertifizierter Mediator
Aus seinem Werdegang: Einzelhandelskaufmann, Tätigkeit im Vertrieb, Studium der Betriebswirtschaftslehre an der THM (MBA), Studium Wirtschaftsrecht mit Masterarbeit zur Einführung der DSGVO im Unternehmen 2018, Hochschule Mainz (LL.M.), Anerkennungsprüfung als IT-Forensiker DESAG 2019, Zertifikatstudium „IT-Recht und Rechtsinformatik“ an der Universität des Saarlandes 2019, Ausbildung zum Datenschutzbeauftragten an der Ulmer Akademie für Datenschutz und IT-Sicherheit 2021, Datenschutzauditor TÜV Rheinland 2023, Tätigkeit im Konzernrecht, Abteilung Datenschutz bis zum Entritt in den Vorruhestand 2025.

15:00- 18:00 Uhr online- kostenfrei

Anmeldung: info@foerderer-familienmediation.de,

Für die Erstellung der Teilnehmer:innenbescheinigung bitte die Anschrift und das Geburtsdatum angeben

24. April 2026

Auftaktkonferenz „After- War- Mediation“

24. April 2026, Hybridveranstaltung, Berlin

Start: 10 Uhr

Internationale Expert:innen diskutieren die Rolle von Mediation in Kriegs-, Nachkriegs- und Krisenkontexten sowie Perspektiven für Friedensarbeit und Zusammenarbeit.

Vom 24.-30. April werden 8 ukrainische Mediatorinnen in Berlin sein und ein 5 tägiges Fortgeschrittenen-Training in Mediation erhalten, das von Arthur Trossen und Elina Waehner als Dozenten durchgeführt wird.

Eröffnet wird das Treffen durch eine offene und hybrid organisierte Auftaktkonferenz am 24.April, die sich mit den Herausforderungen an die Mediation bzw. die Mediator:innen beschäftigt, wenn die Mediand:innen Krieg, Gewalt oder schwere Krisen erlebt haben. Der Arbeitstitel ist „After War Mediation?“. Gesamtveranstalter sind der Verein „Integrierte Mediation“, „Förderer der Familienmediation i.S. d. BAFM e.V. und die ukrainische Mediator:innenvereinigung „LiMU“.

Anmeldung: info@foerderer-familienmediation.de

17. April 2026

Mehr als mitgedacht: Queere Trans*Inter*Nonbinäre-Kinder und Jugendliche in der Familien-Mediation

Spezifisches Wissen als Notwendigkeit für die Arbeit mit Sorgeberechtigten und Queeren/TIN*-Kindern/Jugendlichen in der Mediation. Beispiele aus der Praxis, Kinderschutz, Unverhandelbares, Sorgen, Ängste, Sicherheiten.

Jana Rehbein leitet diesen Workshop. Sie ist Mediatorin BAFM, Sozialpädagogin, Coach, Supervisorin (DGSv) und hat sehr viel Erfahrung mit diesem Thema. www.jana-rehbein.de

16:00- 19:30 Uhr online

Anmeldung: info@foerderer-familienmediation.de

09. März 2026

Trennung und Scheidung – Werkzeugkoffer erweitern

Fortbildung (kostenfrei) mit Michel Boven, zertifizierter Mediator und Rechtsanwalt- online

18:30 über Zoom

Anmeldung: info@foerderer-familienmediation.de

17. September 2025

Vortrag: Frauen in Familienunternehmen – Führungsstärke, Tradition, Innovation

Fortbildung (kostenfrei) mit Dr. med. Karin Keller-Werner

Anmeldung: info@foerderer-familienmediation.de

Inhalt und Referentin

Frauen spielen in Familienunternehmen oft eine entscheidende Rolle – sowohl sichtbar als auch hinter den Kulissen. Als Hüterinnen von Traditionen, visionäre Unternehmerinnen und Vermittlerinnen zwischen den Generationen bringen sie einzigartige Qualitäten in die Welt der Familienbetriebe. Es ist an der Zeit diesem Thema mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Frauen in Familienunternehmen werden, besonders in den immer noch vorhandenen patriarchalen Strukturen traditioneller Familienunternehmen, oft unterschätzt und können so ihre Qualitäten und Kompetenzen nicht optimal einbringen. Welche Schwierigkeiten unterschiedliche Rollen und Positionen mit sich bringen und wie wir Frauen in Familienunternehmen unterstützen umso neue, andere Qualitäten und Kompetenzen ins Unternehmen zu bringen, darum soll es in meinem kleinen Vortrag gehen. Als Gesellschafterin eines Familienunternehmens der Automobilzuliefererbranche, Geschäftsführerin in der familienholding, Ärztin und Mutter zweier heute erwachsener Söhne habe ich diverse Rollen von Frauen/Töchtern in Familienunternehmen selbst gespielt oder beobachten können. Diese Erfahrungen bringe ich gerne in die Diskussionsrunde ein.

Referentin Dr. med. Karin Keller- Werner:

Dr. med. Karin Weller- Weller ist Gesellschafterin in 2. Generation eines mittelständischen Familienunternehmens der Automobilzuliefererbranche. Nach ihrem Medizinstudium führte sie 25 Jahre lang eine große allgemeinmedizinische Landarztpraxis. seit der Geburt ihrer Söhne 1995 und 1998 kennt sie den Spagat zwischen Beruf, Familienunternehmen und Mutterschaft. 2022 übernahm sie die Geschäftsführung der Werner Familienholding und sieht ihre Aufgabe in der Unterstützung des Transformationsprozesses des Unternehmens, um es gut für die 3. Generation aufzustellen und damit die Zukunft des Familienunternehmens zu sichern.

05. Mai 2025

Vortrag: Notarielle Umsetzung von Mediationsvereinbarungen

Fortbildung (kostenfrei) mit Dr. Eva Schwittek Notarin- online-

19. März 2025

Workshop: Demenz und Mediation

Fortbildung (kostenfrei) mit Dr. Ilona Dutzi Psychologin & Gerontologin (Dipl.) – online- Anmeldung: info@foerderer-familienmediation.de

Zusammenfassung des Workshops „Demenz und Mediation“

Am 19. März 2025 fand unser spannender Workshop „Demenz und Mediation“ mit der renommierten Psychologin und Gerontologin Dr. Ilona Dutzi in einem interaktiven Online-Format statt. Dr. Dutzi vermittelte eindrucksvoll, warum es für Mediatorinnen und Mediatoren von großer Bedeutung ist, sich mit dem Thema Demenz auseinanderzusetzen und welche wichtigen Implikationen für die Mediation damit verbunden sind.
In einer Gesellschaft, die sich demographisch verändert und in der immer mehr Menschen älter werden, ist das Thema Demenz von zunehmender Bedeutung. Denn mit dem Alter gehen nicht nur biologische Veränderungen einher, sondern auch tiefgreifende psychische Erfahrungen und die Art und Weise, wie soziale Prozesse gestaltet werden. Schwierigkeiten im Alltag, das Verlegen von Gegenständen oder die Wortlosigkeit im Gespräch können erste Warnsignale für eine beginnende Demenz sein. Nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. waren 2023 rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland von Demenz betroffen, Prognosen für das Jahr 2050 gehen von einem Anstieg auf 2,3 Millionen Betroffene aus[1]. Ein Aspekt, den Dr. Dutzi ansprach, ist, dass nur ein geringer Teil der Demenz erblich bedingt ist. Mit einer entsprechenden Lebensweise, gesundem Essen und persönlicher sowie intellektueller Ansprache lässt sich Demenz zu 45 % vermeiden.
Dr. Dutzi erläuterte ebenfalls anschaulich, wie sich Demenz in verschiedenen Stadien äußert und betonte die individuelle Ausprägung der Erkrankung: „Wer einen Menschen mit Demenz kennt, kennt einen Menschen mit Demenz“. Menschen mit fortschreitender Demenz handeln oft weniger rational, sondern reagieren stärker auf ihre unmittelbaren Bedürfnisse und Antriebe. Für Angehörige kann dies eine Herausforderung darstellen, da das Handeln der Betroffenen scheinbar an Sinn verliert. Menschen mit Demenz stehen vor vielfältigen Herausforderungen und haben ein starkes Bedürfnis nach sozialer Einbindung, nach Gebrauchtwerden, nach Geborgenheit in der vertrauten Umgebung sowie nach Verständnis und Akzeptanz ihrer Erkrankung. Gleichzeitig streben sie nach Autonomie und Selbstbestimmung. Für pflegende Angehörige bedeutet diese Begleitung jedoch eine hohe psychische, physische, soziale, finanzielle und zeitliche Belastung.
Was bedeutet dies für die Mediation? Veränderte Beziehungsdynamiken, Bedürfnisse und Abhängigkeitsverhältnisse führen zu neuen Rollen im Familiengefüge. Pflegende Ehepartner verlieren nicht nur eine vertraute Person, sondern auch gemeinsame Lebensperspektiven, während ungelöste Konflikte wieder aufbrechen können. Oft erhalten pflegende Angehörige zudem nicht die Anerkennung, die sie für ihre herausfordernde Aufgabe verdienen. Hier kommen wir als Mediatorinnen ins Spiel: Als Mediatorinnen, die immer ressourcenorientiert arbeiten, sind wir prädestiniert, den Blick auf das zu werfen, was noch gut geht. In der Arbeit mit demenzkranken Menschen sollte dies im Vordergrund stehen. Frau Dr. Dutzi betonte, dass auch bei Demenz die emotionale Ebene erhalten bleibt. Formulierungen wie „Ich mach mir Sorgen“ oder „Ich verstehe deinen Ärger“ sind dabei besonders hilfreich. Doppeln als Methode kann ebenfalls eine sehr hilfreiche Intervention sein. Dr. Dutzi wies darauf hin, dass Komplexität für Menschen mit Demenz besonders schwierig ist. Unsere Kompetenz, von der Metaebene und von der Abstraktion ins Konkrete zu finden, ist auch ein Vorteil der Mediation[2]. Kürzere Sitzungen sind wichtig, da auch die Konzentration bei beginnender Demenz leidet.
Die Mediation schafft einen Raum, in dem die Bedürfnisse aller Beteiligten Gehör finden, die Würde des Erkrankten gestärkt und die Begleitung durch Angehörige anerkannt wird. Durch Mediation können die Beteiligten ihre eigenen Bedürfnisse reflektieren und ein besseres Verständnis für die Wünsche der anderen entwickeln. Gemeinsame Strategien im Umgang mit der Erkrankung können besprochen und Vereinbarungen getroffen werden, die für alle tragbar sind.
Ein herzliches Dankeschön an alle, die diesen Workshop mit ihrem Engagement bereichert haben und ein ganz besonderer Dank geht an Dr. Ilona Dutzi für den aufschlussreichen und kompetenten Workshop.
Mediation kann ein wertvolles Werkzeug sein, um Konfliktparteien im Umfeld von Demenz durch mehr Verständnis, Sensibilität und Ruhe einen Raum zu geben, um Konflikte wieder besprechbar zu machen und somit zu entlasten.
 


[1] Deutsche Alzheimer Gesellschaft.(4. September, 2024). Prognostiziere Entwicklung der Anzahl von Demenzkranken im Vergleich zu den über 65-Jährigen in Deutschland bis 2050 /in Millionen). In Statista. Zugriff amm 01.04.2025 von https://de-1statista-1com-100b48b1y00ec.emedien3.sub.uni-hamburg.de/statistik/daten/studie/245519/umfrage/prognose-der-demenzkranken-in-deutschland/
[2] Aus: Haberstroh, J. & Pantel, J. (2011). Kommunikation bei Demenz. Tandem Trainingsmanual. Springer-Verlag Berlin Heidelberg.